Ein medienpädagogisches Projekt mit Tiefgang
An unserem Schulstandort in Langnau führte das Team der 4. und 5. Klasse ein medienpädagogisches Projekt durch. Dabei wurden analoge Elemente wie Zeichnen, Ausschneiden von Figuren, Sprache und Musik mit dem elektronischen Element der Projektion kombiniert. Das Ganze war gerahmt in einer Hintergrundgeschichte.
Als erstes wurden die Figuren, die Schauplätze und “Kulissen“ sowie Buchstaben für Titel und andere Textbausteine der Geschichte von den Schüler:innen als Schattenfiguren gezeichnet und aus schwarzem Papier oder farbiger Transparentfolie ausgeschnitten. Die Hintergrundbilder der einzelnen Szenen wurden zusammengestellt und geklebt. Nun musste geübt werden: Was heisst es, wenn ich einen Buchstaben auf den Hellraumprojektor lege und dieser auf ein weisses Tuch projiziert wird, auf dessen anderer Seite sich das Publikum befindet? Wie verändert sich das ganze Bild, wenn der Projektor verschoben wird oder der Spiegel in einem anderen Winkel steht? Wie verändern sich Lage, Grösse oder Konturenschärfe der aufgelegten Elemente in Abhängigkeit von Distanz zur Lampe des Projektors? Was passiert, wenn ich selber zwischen Lichtquelle und Tuch stehe/durchgehe/tanze…? Da gab es viel zu experimentieren, zu entdecken und zu lernen.
Die Schüler:innen konnten ihre Phantasie einsetzen – so entstand zum Beispiel die Idee, als Anfangsszene das Putzen der Auflagefläche des Hellraumprojektors von Publikum miterleben zu lassen: Draufsprayen, mit Lappen wischen… All das sieht interessant und lustig aus in der Projektion. Das Auflegen der Buchstaben musste geübt sein: Seitenverkehrt oder kopfüber sichtbar? Schnell korrigieren…
Die Aufführung wurde auch mit Musizierstücken und Liedern sowie mit Erzähltext untermalt. Hier war das Zusammenspiel von den Kindern am Projektor und den anderen Akteur:innen besonders wichtig.
Während vier Wochen wurde das Projekt in der Epochenzeit eingeübt, bis es schliesslich auf der Bühne in unserem kleinen Kellertheater „stand“.
Am Ende gab es als Höhepunkt Aufführung für die anderen Klassen und eine für die Eltern. Die künstlerische, selbstwirksame Tätigkeit im Zusammenhang mit dem Medium „Hellraumprojektor“ zeigte den Kindern, was es für ein Zusammenwirken von Technik und Mensch braucht. Und es zeigte auch implizit, dass nicht alles, was auf der Leinwand (oder dem Bildschirm) sichtbar wird, hinter den Kulissen die gleiche Form hat – eine Erkenntnis, die für die heutige Welt immer relevanter wird.
geschrieben von Marianne Wey
Standortleitung Langnau